Jüdisches Leben besser verstehen

Antisemitismus bekämpfen


In der Werkstatt des Sofers (E)

Tefillin

Die Sofer-Werkstatt

1Was macht ein Sofer?

Ein Sofer ist ein jüdischer Schreiber. Er hat das viele Jahre gelernt. Mit schwarzer Tinte und einer Feder schreibt er heilige Texte ganz genau von Hand – zum Beispiel die kleinen Texte, die in die Tefillin kommen.

Dabei muss jeder einzelne Buchstabe vollständig und richtig sein. Fehlt auch nur ein winziges Stück, darf der Text nicht benutzt werden. Dann muss der Sofer ihn ausbessern oder neu schreiben. Deshalb arbeitet er besonders sorgfältig und prüft die neuen Pergamente auch sehr sorgfältig.

Manchmal bekommt der Sofar aber auch ältere Pergamente zur Prüfung. Wenn diese fehlerhaft sind, muss er sie ausbessern.

2Was steckt in den Kapseln?

In jedem Kästchen der Tefillin befindet sich ein zusammengerolltes Stück Pergament. Dieses Pergament heißt Klaf. Es wird aus der Haut eines koscheren Tieres gemacht.

Auf dem Klaf stehen vier Texte aus der Tora. Diese Textstücke nennt man Parschijot (ein einzelnes heißt Parascha).

Arm-Kapsel
Alle vier Texte stehen auf einem Pergament, in einem Fach.
Kopf-Kapsel
Die vier Texte stehen auf vier getrennten Pergamenten, in vier Fächern.

Der Inhalt ist also in beiden Kapseln gleich – nur aufgeteilt wird er unterschiedlich.

3Der ganze Text auf dem Klaf

Das sind die vier Abschnitte – hier in einfachen Worten wiedergegeben:

1. Denkt an die Befreiung (2. Mose 13,1–10)

1.Und HaSchem redete zu Moscheh und sprach: 2.Heilige mir alles Erstgeborene, was den Mutterleib erschließt, bei den Kindern Jisrael, bei Menschen wie bei Vieh, mein ist es. 3.Und Moscheh sprach zum Volk: Gedenket dieses Tages, an dem ihr gezogen aus Mizrajim, aus dem Hause der Knechte; denn mit gewaltiger Hand hat euch HaSchem geführt von dannen; und so soll nichts Gesäuertes gegessen werden. 4.Heute zieht ihr aus im Monate der Ährenreife. 5.Und es soll geschehen, wenn dich HaSchem bringt in das Land des Kenaaniters und Chittiters und Emoriters und Chiwiters und Jebusiters, das er deinen Vätern geschworen hat, dir zu geben, das Land, fließend von Milch und Honig: so sollst du diesen Dienst tun in diesem Monate. 6.Sieben Tage sollst du Ungesäuertes essen; und am siebenten Tage ist ein Fest für HaSchem. 7.Ungesäuertes soll gegessen werden die sieben Tage; und nicht gesehen bei dir werde Gesäuertes, und nicht gesehen bei dir werde Sauerteig in deinem ganzen Gebiete. 8.Und tue kund deinem Sohn an diesem Tag mit den Worten: Wegen dessen, was HaSchem mir getan, als ich aus Mizrajim zog. 9.Und es sei dir zum Wahrzeichen an deiner Hand und zum Denkmal zwischen deinen Augen, damit die Lehre von HaSchem sei in deinem Munde, dass mit gewaltiger Hand dich HaSchem geführt hat aus Mizrajim. 10.Und sollst beobachten diese Satzung zu ihrer Zeit von Jahr zu Jahr. 11.Und es soll geschehen, wenn HaSchem dich bringt in das Land des Kenaaniters, so wie er geschworen dir und deinen Vätern, und es dir gibt: 12.So stelle beiseite alles, was den Mutterleib erschließt, für HaSchem, und alles zuerst Geworfene vom Viehe, das dein ist, die männlichen für HaSchem. 13.Und jedes Erstgeborene des Esels löse mit einem Lamme, und wenn du es nicht lösest, brich ihm das Genick; und alles Erstgeborene von Menschen unter deinen Söhnen sollst du lösen.

2. Warum wir danken (2. Mose 13,11–16)

11.Und es soll geschehen, wenn HaSchem dich bringt in das Land des Kenaaniters, so wie er geschworen dir und deinen Vätern, und es dir gibt: 12.So stelle beiseite alles, was den Mutterleib erschließt, für HaSchem, und alles zuerst Geworfene vom Viehe, das dein ist, die männlichen für HaSchem. 13.Und jedes Erstgeborene des Esels löse mit einem Lamme, und wenn du es nicht lösest, brich ihm das Genick; und alles Erstgeborene von Menschen unter deinen Söhnen sollst du lösen. 4.Und es soll geschehen, wenn dich dein Sohn künftig fragt und spricht: Was ist das? so sprich zu ihm: Mit gewaltiger Hand hat uns HaSchem geführt aus Mizrajim, aus dem Hause der Knechte. 15.Und es geschah, da Pharao verstockt war, als er uns ziehen lassen sollte, tötete HaSchem alle Erstgeburt in dem Land Mizrajim von der Erstgeburt der Menschen bis zur Erstgeburt des Viehes; deswegen opfere ich für HaSchem alles, was den Mutterleib erschließt, die männlichen, aber alle Erstgeburt meiner Söhne löse ich. 16.So sei es zum Wahrzeichen an deiner Hand und zum Denkbande zwischen deinen Augen, dass mit gewaltiger Hand uns HaSchem geführt aus Mizrajim.

3. Das Schma – „Höre, Israel“ (5. Mose 6,4–9)

4.Höre Jisrael: HaSchem unser Gott ist HaSchem der einzig Eine. 5.Und du sollst lieben HaSchem deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen, und mit deiner ganzen Seele, und mit deinem ganzen Vermögen. 6.Und es sollen diese Worte, die ich dir heute gebiete, in deinem Herzen sein, 7.und du sollst sie einschärfen deinen Kindern und davon reden, wenn du sitzt in deinem Haus, und wenn du gehst auf dem Weg, und wenn du dich hinlegst, und wenn du aufstehst, 8.und du sollst sie binden zum Zeichen an deine Hand, und sie sollen sein zum Denkband zwischen deinen Augen, 9.und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses, und an deine Tore.

4. Hört auf Gottes Worte (5. Mose 11,13–21)

13.Und es wird geschehen, wenn ihr hört auf meine Gebote, die ich euch heute gebiete, HaSchem, euren Gott, zu lieben und ihm zu dienen mit eurem ganzen Herzen und eurer ganzen Seele; 14.so werde ich den Regen eures Landes geben zu seiner Zeit, Frühregen und Spätregen, dass du einsammelst dein Getreide und deinen Most und dein Öl. 15.Und ich werde Gras geben auf deinem Felde für dein Vieh, und du wirst essen und satt werden. 16.Hütet euch, dass nicht euer Herz betört werde, und ihr abweichet und fremden Göttern dienet, und euch vor ihnen bücket; 17.Und über euch der Zorn von HaSchem erglühe; dass er verschließet den Himmel, dass kein Regen sei, und der Erdboden nicht gebe sein Gewächs, und ihr bald umkommen werdet, weg aus dem schönen Land, das HaSchem, euer Gott, euch gibt. 18.Und ihr sollt diese meine Worte euch zu Herzen nehmen und zu Gemüte, und sie binden als Wahrzeichen auf eure Hand, und sie seien zum Denkband zwischen euren Augen, 19.Und lehrt sie eure Kinder, davon zu reden, wenn du sitzst in deinem Haus und wenn du gehst auf dem Weg, und wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst; 20.und schreibe sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore; 21.auf dass sich mehren eure Tage und die Tage eurer Kinder auf dem Erdboden, den HaSchem geschworen euren Vätern, ihnen zu geben – wie die Dauer des Himmels über der Erde.

Hast du es gemerkt? In allen vier Texten steht: „Binde diese Worte als Zeichen an deine Hand und zwischen deine Augen.“ Genau das tun die gläubigen Jüdinnen und Juden, wenn sie die Tefillin zum Gebet anlegen.

4Spiel: Finde die 3 Fehler!

Der Sofer hat den Auftrag bekommen, einen schon etwas älteren Klaf zu prüfen. Dabei hat er 3 Fehler gefunden. Findest du sie auch?

Vergleiche genau mit dem Original oben! An drei Stellen fehlt etwas – mal ein Krönchen, mal ein Teil eines Buchstabens.

Hier ist der Ausschnitt aus einem unbeschädigten Klaf.
Originaltext (richtig geschrieben)
Bei diesem Klaf sind leider drei Stellen beschädigt. Finde die Fehler. Tippe sie an!
Derselbe Text mit drei Fehlern
Gefunden: 0 / 3
Das Foto zeigt einen echten Klaf-Text; die drei Fehler sind nur zum Üben eingefügt.